| MAZ vom 26.04.2010 |
Neuer Schulhof der Waldorfschule übergeben / Weitere Umbauten geplantPOTSDAM / WALDSTADT - Bis vor einem Jahr ließ eine triste, ebene Fläche aus Gehwegplatten den hinteren Teil des Schulgeländes unfreundlich aussehen. Seit den Sommerferien 2009 jedoch hat sich das Herzstück des Areals erstaunlich gewandelt; am Sonnabend nun wurde mit der feierlichen Pflanzung einer Felsenbirne beim Frühlingsfest der neu gestaltete Hof an 280 Kinder der Waldorfschule übergeben. Der vordere Bereich des Pausenhofs ist bedeckt mit mosaikförmig verlegten verschiedenfarbigen Natur- und Kunststeinen. Nach hinten schließt sich eine Landschaft aus Hügeln und Tälern, Pflanzen, Findlingen und Holzspielgeräten an. Das Besondere an der neuen Gestaltung ist ihre Konzeption auf der Basis geomantischer Pläne, die der Bremer Norbert Conzeth im Auftrag des Köpenicker Architekten Raimund Herms erstellt hat. Dabei wurden Wasseradern ausfindig gemacht, die – der „Resonanztheorie“ zufolge – Auswirkung auf den Energiefluss im menschlichen Körper haben, der sich über der jeweiligen Fläche befindet – und so mitverantwortlich sind für sein Befinden. An dementsprechend günstigen Orten schuf Herms, für den persönlich sieben Jahre in Potsdam „die schönste Zeit“ seines Lebens waren, auf dem Schulhof Plätze zum positiven und negativen Aufladen sowie Arbeits-, Meditations- und Kanzelplätze. Um eine Robinie herum, die auf einer quer unterm Schulhaus verlaufenden Wasserader steht, ließ er zum Beispiel Buchsbäume pflanzen, um die energetische Wirkung zu kompensieren. Initiator der Umgestaltung war der vor zwei Jahren neu gegründete Geländekreis der Schule, in dem Kunst- und Gartenbaulehrer zusammen mit Eltern und Kindern die Betreuung und Pflege des Areals verantworten. Nach Workshops, in denen die Schüler ihre Wünsche äußern konnten, einigte man sich auf einen Konsens: „Wir wollten eine organische Landschaft haben“, berichtet Unterstufenlehrerin Michaela Garbsch. 20 Prozent der Kosten für das 180 000 Euro teure Projekt wurden aus Spenden der Eltern bestritten. Der andere Teil sind Gelder des Konjunkturpaketes II. Für die Zukunft plane man die Umgestaltung des Sandkastens, das Aufstellen eines Bienenkastens und das Anlegen eines Teichbiotops im Schulgarten, verriet Geschäftsführerin Simone Sonntag. In den nächsten zehn Jahren solle die ursprünglich als Provisorium errichtete Waldorf-Kita neben der Schule in ein neues Gebäude auf der ruhigeren Fläche der laut Sonntag sehr baufälligen Turnhalle ziehen. Die Halle wolle man abreißen und auf dem jetzigen Boden der Kita eine Mehrzweckhalle bauen, in der neben dem Sportunterricht auch Aufführungen stattfinden können. Bevor die Umbauten starten, ist zunächst eine Verbesserung der Akustik in dem 2006/07 mit einer Stahlkonstruktion und Glas überdachten Innenhof geplant, der bisher für Schulfestivitäten genutzt wird. (Von Maja Starke) |
