Unschlagbarer Humor Tanztheater Brandenburgs erster Jugendbewegungswoche „up and fly“ gelingt in der Fabrik ein Höhenflug
SCHIFFBAUERGASSE - Die Begeisterung der Kids bereits vor Eröffnung der 1. Jugendbewegungswoche „up and fly“ am Freitagvormittag in der Tanzfabrik in der Schiffbauergasse war WM-tauglich und so konnte nicht verwundern, dass auch heftig mit Deutschlandfähnchen gewedelt wurde. Selten war bei einer Veranstaltung dort die Altersschwelle so niedrig geraten, denn auch die Schnuller-Generation war auf den Zuschauerplätzen ausgesprochen gut vertreten. Die große Bühne mit ihrem dicht bestuhlten Zuschauerraum aber fasste die vielen Neugierigen nicht und so waren bald sogar die letzten Treppen-Plätze vergeben und Schaumstoffunterlagen dienten direkt vor der Bühne als Notsitze. Verwunderlich war das nicht, denn schließlich kulminierten an diesem Tag die Anstrengungen von sieben Projekten mit mehr als 50 beteiligten Kindern und Jugendlichen aus ganz Brandenburg.Den Anfang machten die Schüler der Evangelischen Grundschule Babelsberg mit ihrer Tanz-Performance „Stuhlbilder“, bei der die barfuß über die Bühne fegenden Akteure zu Gesang und Rhythmus harmonierende immer neue Stuhlfigurationen kreierten. Der ständige Wechsel von Chaos und Ordnung aber wirkte so inspirierend, dass sich selbst ein begeisterter Winzling laut Töne blubbernd von dem Geschehen einfangen ließ. Auch die Schülergruppe von Waldorf- und Comenius-Schule aus Potsdam und Berlin tanzte ihre „Eurythmie“ mit musikalischer Begleitung und dabei bewegten sich die sieben Jungen und drei Mädel zu den Klängen von Klavier und Violine in roten und weißen Tüllgewändern mitunter ausgesprochen elegisch. Dramatische Gesten und lyrische Bewegungsfolgen kommentierten das herzzerreißend klagende Spiel der Violine. Großartig auch das originelle Programm „Heimatzone“ von Schulen aus Prenzlau, Schmölln und Angermünde. Musik, Tanz und sehr viel Film verschmolzen zu einem Heimatbild, dass die herkömmlichen Klischees von Niedergang und Verfall der Uckermark eindrucksvoll widerlegten und bewiesen, dass auch dort Chancen für Jugendliche bestehen. Unschlagbar der Humor vieler Beiträge, und wie originell ist die großartige filmische Idee, mal die Generation der Großeltern als Chor mit einem angeflippten Jugendsong auftreten zu lassen. Wenig später dann auf der Bühne drehen sich junge Paare aus Prenzlau, kaum dass sie ausgerappt haben, schwungvoll tanzend zu einem Hans Alberts-Gassenhauer. Bild- und Musik-Zitate mischen sich einzigartig und solcherart Neuigkeiten waren gleich reihenweise zu bestaunen. Ob allerdings, wie eine junge Nachrichtensprecherin aus Schmölln ernst verkündete, Bundeskanzlerin Angela Merkel tatsächlich im siebten Monat schwanger ist, darf bezweifelt werden. Obwohl, möglich wär’s, schließlich stammt Frau Merkel aus der Gegend. lk
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